Wasn scheiß Tag. :(

RIP. 

:(

:(

 

unbeschreiblich gut. 

Modern Life Is War, 2003.

Ganz schön großartig. 

Ex-Haus, Trier. 
(source: http://www.graffitikunst-steinmayer.de/)

Ex-Haus, Trier. 

(source: http://www.graffitikunst-steinmayer.de/)

Moss Icon

Moss Icon

Damals waren nicht nur die Flyer cooler.
Eaves <3 

Damals waren nicht nur die Flyer cooler.

Eaves <3 

A: echt? :D
B: jop.
A: fluff über alles, oder wie? :D du bist verrückt... aber ja, du lebst eben Hardcore :D

Pianos become the Teeth | Goodtime Boys| No Omega | Bastions – Trier, Exhaus, 16.3.

 

Der Hype um die „Zukunft des Hardcore“ (Danke, Visions ;)) La Dispute hat trotz der Veröffentlichung von Wildlife etwas nachgelassen, da kam schon die nächste Plattenveröffentlichung aus dem „The Wave“ Umfeld, die für eine Menge Aufsehen sorgen sollte.

Mit „The Lack Long After“ haben Pianos become the Teeth eine weitere, großartige Platte an emotionalem Hardcore geschaffen, welche weltweit bei Hardcore- und Indiekids Begeisterung hervorgerufen hat. Das Prinzip ist ähnlich wie bei La Dispute: Einzigartiger Gesang, bei welchem man jede Sekunde damit rechnet, dass der Sänger seiner herausgeschrienen Verzweiflung nachgibt und in Tränen ausbricht und ein Album, das auf einem klaren Konzept aufbaut. Im Falle von „The Lack Long After“ der Tod des Vaters von Sänger Kyle Durfey.

Von der LP sehr angetan ging es am 16.3 in die wohl letzte gebliebene Feste des Hardcores und alternativer Konzertkultur in Rheinlad Pfalz, dem Exhaus.

Dort angekommen, wurden wir nach einem ersten Schock beruhigt, in dem man uns versichert hat, dass es noch eine Abendkasse geben wird und die Gerüchte, dass das Konzert ausverkauft sei, nicht wahr seien.

Pünktlich um 20:00 ging es auch mit der noch eher unbekannten Band Bastions aus dem Vereinigten Königreich los. Bastions spielten das, was man in den Jahren 2000-2010 noch Modern Hardcore genannt hätte, aber heute aufgrund ihrer Herkunft als UKHC bezeichnet: Düstere Midtempo-parts, wechseln sich mit emotionalen, aber nicht weniger düsteren schnelleren Parts ab. Ein Sänger, der weiß, wie man sich als Sänger einer Hardcoreband auf der Bühne verhält, Effektgeräte für unterschiedliche Gitarrensounds, Röhrenjeans und schicke T-Shirts. Ein guter Auftritt, doch nichts, das mir ewig im Gedächtnis bleiben wird. 

Umbaupausen werden im Exhaus immer schnell vollzogen und so ging es direkt mit No Omega und damit meinem persönlichen Highlight des Abends weiter.

Was mich so an No Omega begeistert hat? So viel, dass ich nicht einmal weiß womit ich anfangen soll. Das erste Mal an diesem Abend sind sie mir positiv am Merchstand aufgefallen, dort hatten sie neben den üblichen Sachen wie Shirts und einer CD auch poltitische Broschüren, DIY-Fanzines und Bücher am Start. Das hat direkt gezeigt, dass für die Band hinter dem Begriff Hardcore nicht nur die leere Phrase einer Musikrichtung steht, sondern Hardcore doch Musik ist, die Inhalt wiedergeben soll, Veränderungen anstrebt und Menschen –verdammt noch mal!- zum Nachdenken anregen soll. Diese Leidenschaft und Liebe zum Detail sollte das Gesamtbild der Band ausmachen, welches sich an so vielen kleinen Dingen, wie zum Beispiel Antifa-Aufklebern neben Minor Threat-Auklebern auf den Gitarrenkoffern, gezeigt hat. Dieser politische Anspruch hat mich etwas an junge Refused erinnern lassen, was aber auch daran liegt, dass No Omega wie Refused aus Schweden kommen.

Wie zuvor bei Bastions wurde bei No Omega der düsteren Grundstimmung des Konzerts kein Abbruch getan. Auch hier wechselten sich langsame und schnellere Parts gleichermaßen ab, doch erinnerte es musikalisch alles etwas mehr an metallisch angehauchten 90er Hardcore. Nach dem Auftritt wurde der positive Eindruck der Band vollends bestätigt, da Shirts der Band bereits für 3 (drei!) Euro zu erhalten waren, Pulli und CD für 20 Euro und die Band immer noch nachfragte, ob die Preise gerechtfertigt seien und falls man nicht genug Geld habe, noch immer was am Preis gemacht werden könnte. Dieses Zeichen der Solidarität lässt das Punkerherz lachen und ich freue mich riesig die Band auf dem Fluff Fest wiedersehen zu können.

Das Exhaus wurde voller, die Effektgeräte auf der Bühne wurden mehr, man merkte, dass man sich dem Höhepunkt des Abends näherte. Doch vorher sollte es noch zum Auftritt einer weiteren Band von der Insel kommen, Goodtime Boys.

Bei Goodtime Boys ging es etwas schneller und härter zu Sache, dies hat man nicht nur gehört, sondern so wurden einige im Publikum dazu angeregt das Kopfnicken einzustellen und es kam etwas mehr Bewegung in den Balkensaal des Exhauses. Bei Goodtime Boys ist mir vor allem der Sänger in Erinnerungen geblieben, welcher eine enorme Energie freigesetzt hat. So ist er vom einem Teil der Bühne zum Anderem gesprungen und ehe man sich versah, war er wieder ganz woanders, schleuderte das Mikro durch die Gegend und hat die interessantesten Tanzschritte zum Besten gegeben. Auch hier lässt sich sagen, dass sich Goodtime Boys dem modernem Hardcore bzw. UKHC verschrieben haben, auch wenn sich die Grenzen zwischen den einzelnen Subgenres nicht klar ziehen lassen. Wild, laut, düster war es auch hier und gefallen gefunden haben sie bei mir ebenfalls.

Die Effektgeräte auf der Bühne haben ihr abendliches Maximum erreicht und die instrumentale Ausstattung wurde professioneller. Alles war gerichtet für Pianos become Teeth aus Baltimore/Maryland und dem Anlass für viele Menschen an diesem Abend nach Trier zu kommen. Und sie sollten nicht enttäuscht werden. Pianos become the Teeth haben sich doch stark von den anderen Bands des Abends abgehoben, ihre exakte Spielweise, die Komplexität der einzelnen Lieder und die einzigartige Stimme von Kyle Durfey sind Elemente, die diese Band unverkennbar macht. Kaum Ansagen, keine klar gezogenen Linien zwischen den einzelnen Liedern und das Publikum war komplett im Bann der Musik. Ob nun bei dem Lied „I’ll Be Damned“ oder „I’ll Get By“ , das Auftreten und die Emotionen von Pianos become the Teeth haben sich nahtlos auf das Publikum übertragen und man bekam das Gefühl als würde nicht nur Kyle Durfey an dem traurigen Geschehen seines Vaters beteiligt sein,denn sobald er singt  „but I couldn’t save you, I couldn’t save what was taken away“ merkt man, dass jeder im Publikum und jeder gespielte Takt ein Teil seiner Verarbeitung ist.

Fotos:

 http://www.allschools.de/gallery/1302129

 http://www.allschools.de/gallery/1302128

 http://www.allschools.de/gallery/1302127

 http://www.allschools.de/gallery/1302126

Nachdem die Tastatur nun schon eine etwas längere Ruhepause einlegen musste, Musik -sofern das überhaupt möglich ist- etwas vernachlässigt wurde, muss diese Pause, aufgrund der richtigen Band zur richtigen Zeit, ein Ende finden und man kann hier wieder Musik hören, lesen, fühlen:

“The World Is a Beautiful Place and I am No Longer Afraid To Die” sind musikalisch ebenso so schön wie ihr Bandname. Irgendwo zwischen Indie, Emo und Post-Hardcore vermitteln die Lieder eine Form von Traurigkeit, nämlich die wunderschönste Form von Traurigkeit: Die, die Aufbruchsstimmung in einem breit werden lässt. Man hört heraus, dass die Band was zu sagen hat, was sich nicht nur durch schönen Gesang auszeichnet, sondern auch durch komplexe aber dennoch eingängige Gitarrenstrukturen.

Heraus kommt so etwas wunderbar Verträumtes, was den ersten Frühlingstagen mehr als gerecht wird, bei dem sich die Leidenschaft der Musiker im Spaß des Zuhörens widerspiegelt und zeigt: “The World Is a Beautiful Place“

The Tangled Lines, live at Warszawa 2011.

The Tangled Lines, live at Warszawa 2011.

Na wenn das so ist, kann ja nichts mehr schief gehen...

2 months ago